Es ist die Zeit des Jahres, in der wir versuchen, das kommende Jahr vorherzusagen. Die Zeit, in der wir in der Tech- und Designwelt uns die spannenden Möglichkeiten unserer gemeinsamen Kreationen ausmalen.
Nur ist dieses Jahr alles etwas anders. Dieses Jahr sind wir an eine Wand gefahren. Dieses Jahr haben die Idioten das Sagen übernommen. Die Frage ist nun, was passiert und was wir dagegen unternehmen werden.
Hier also mein Rückblick auf 2019 – und ausnahmsweise hoffe ich, komplett daneben zu liegen.
- Kürzung und Demontage wichtiger, bürgerzentrierter Digital-Design-Programme. Siehe Death of GDS.
- Reaktionäre De-Globalisierung wird globale, bürgerzentrierte Digital-Design-Projekte direkt untergraben. Siehe obiges Beispiel und weitere Geschichten.
- Zunehmende Vereinnahmung und unautorisierte Nutzung von Bürger- und Sozialdaten durch Regierungen, Unternehmen und das Militär. Zum Teil sogar zu guten Zwecken.
- IoT-, VR- und KI-Design-Initiativen übersteigen bei Weitem die Designbemühungen, die tatsächlich grundlegende Dienstleistungen verbessern.
- Government-as-a-platform rückt als Vision weiter in die Ferne, bietet aber eine Chance als einigende Plattform für die Opposition. Siehe: Piratenpartei, Island.
- Digitale Self-Service-Angebote und neue Technologien führen zu noch mehr Jobverlusten, weniger Sozialleistungen und schlechteren Perspektiven für immer qualifiziertere Arbeitnehmer, was die Flamme der Nostalgie weiter anheizt (kein Metapher). Alternativen entstehen langsamer und es fehlt an finanzieller Unterstützung und Zusammenhalt.
- In der realen Welt (umbenannt zu "R") beschleunigt sich die Umweltzerstörung tatsächlich, trotz immer deutlicherer und offensichtlicher negativer Naturphänomene, die durch Fakten, Wissenschaft und coole Infografiken belegt werden. Siehe: Osterinsel und diese Liste.
- Lügen und Faschismus erhalten offiziell ein Rebranding als "Post-Truth" und "Alt-Right" und durchdringen stetig die digital-geprägten Millennial-Echokammern. Siehe: Word of The Year.
- Die nukleare Aufrüstung sorgt für endlose, witzige Memes, und Frankie Goes To Hollywood werden digital reinkarniert und kehren in die Charts zurück.
- Ach ja, und fliegende Autos. Vielleicht.
Es gibt so viele Möglichkeiten. Es fühlt sich an, als hätten wir heute die Mittel, fast jedes Problem großflächig zu lösen. Es gibt den Wunsch, mehr zu tun, besser zu sein, Innovationen zu schaffen und Verbesserungen in nahezu jedem Bereich zu realisieren. Für diese optimistischere Sicht siehe irgendwelche. anderen. Trends. Listen. :)
Aber machen wir uns nichts vor: Es wird ein hartes Jahr.
