Mit über 70.000 engagierten Followern auf LinkedIn und Kunden wie FedEx, McDonald's und AT&T ist der Einfluss von Dennis Wakabayashi im CX-Bereich breit gefächert, vielfältig und unbestreitbar. The CX Lead hat sich mit Dennis zusammengesetzt, um mehr über den Mann zu erfahren, der als die "Globale Stimme von CX" bekannt ist.
Erzählen Sie uns die Geschichte, wie Sie zum Thema Customer Experience gekommen sind. Wie hat Ihre Karriere Sie hierher geführt?
Schon in meinen frühen Tagen bei großen Namen wie FedEx, AT&T und McDonald’s war ich tief in die Welt der Customer Experience eingebunden. Diese Branchenführer boten mir einen Platz in der ersten Reihe, um die Feinheiten des globalen Kundenerlebnisses kennenzulernen.
Doch auf meinem weiteren Weg verspürte ich ein starkes Bedürfnis nach Storytelling.
Jenseits der Vorstandsetagen wollte ich die echten, menschlichen Geschichten aufdecken, die oft ungehört bleiben. Dieser Antrieb führte mich in die Welt des Dokumentarfilms mit „Empathy Echoes“. Es geht nicht nur darum, CX hervorzuheben, sondern vor allem darum, jene menschlichen Wahrheiten einzufangen, die uns alle verbinden, unabhängig von Grenzen und Kulturen.
Von der Zusammenarbeit mit großen Marken bis zur Arbeit an Dokumentarfilmen war mein Weg immer von dem Wunsch geleitet, das gemeinsame menschliche Erlebnis zu verstehen und zu verstärken.
In welchen Branchen, Segmenten oder Sektoren lag der Fokus Ihrer CX-Karriere?
Im Laufe meiner Karriere im Bereich Customer Experience hatte ich das Privileg, in verschiedenen Branchen und Sektoren zu arbeiten, die jeweils ihre eigenen Herausforderungen und Erkenntnisse mit sich brachten. Zu den wichtigsten zählen:
Logistik und Lieferung: Durch meine Arbeit bei FedEx tauchte ich in die Welt der globalen Logistik ein, verstand die Feinheiten pünktlicher Lieferungen und die zentrale Bedeutung von Kundenvertrauen in diesem Bereich.
Telekommunikation: Durch meine Einsätze bei AT&T erhielt ich Einblicke in eine Branche, in der die Bedeutung nahtloser Konnektivität und die sich entwickelnden Anforderungen der digitalen Kommunikation im Vordergrund stehen.
Gastronomie: Bei McDonald's lernte ich die schnelllebige Welt der Schnellrestaurants kennen. Hier zählen Geschwindigkeit, Konsistenz und Markentreue als die wichtigsten Erfahrungen.
Globale Wirtschaft: Meine Führungsrolle bei internationalen Veranstaltungen wie CEM Africa und CX NXT UAE sowie die Content-Erstellung bei bahnbrechenden Projekten wie der Expo City Dubai haben die Bedeutung unvergesslicher Erlebnisse unterstrichen.
Obwohl dies einige der Schlüsselbranchen sind, mit denen ich gearbeitet habe, ist meine übergreifende Philosophie immer gewesen, das menschliche Erlebnis zu verstehen und zu verbessern – unabhängig vom Sektor. Diese Universalität der Customer-Experience-Prinzipien gilt für uns alle.
Warum tun sich so viele Unternehmen schwer damit, CX zu einer Priorität zu machen? Welche häufigen Fehler passieren?
Viele Unternehmen tun sich schwer damit, CX zu einer Priorität zu machen, weil sie oft im unmittelbaren Druck der Gewinnmaximierung gefangen sind und den langfristigen Wert einer starken Kundenbeziehung übersehen.
Zudem verlieren manche Unternehmen im Eifer, sich zu globalisieren und zu digitalisieren, das grundlegende Gleichgewicht zwischen Kundschaft, Mitarbeitenden und weitergehenden menschlichen Erfahrungen aus den Augen.
Zu den häufigen Fehlern gehören:
Zu viel Automatisierung: Sich zu sehr auf Technologie zu verlassen, kann gelegentlich das persönliche Element entfernen, das für echte Kundenbindung unerlässlich ist.
Vernachlässigung der Mitarbeiterrückmeldungen: Mitarbeitende an der Front interagieren direkt mit den Kund:innen; ihr Feedback ist der Antrieb, der das Unternehmen voranbringt.
Kurzfristiges Denken: Kurzfristige Gewinne werden gegenüber den langfristigen Vorteilen positiver menschlicher Erfahrungen für alle Beteiligten bevorzugt, was Unternehmen davon abhält, wirklich erfolgreich zu sein.
Generische Ansätze: Es werden Lösungen von der Stange angeboten, ohne auf individuelle Kundenbedürfnisse oder Wünsche einzugehen.
Mangelnde Anpassungsfähigkeit: Nicht agil und offen für sich verändernde Kundenpräferenzen und Marktverschiebungen zu bleiben.
Im Kern übersehen viele Unternehmen beim Streben nach schnellen Ergebnissen das große Ganze: Die Pflege und Wertschätzung der Verflechtung von Kund:innen, Mitarbeitenden und menschlichen Erfahrungen ist der Schlüssel zu nachhaltigem Erfolg in der modernen Wirtschaft.
Sie wurden ausgewählt, eine Keynote auf einer großen CX-Konferenz zu halten. Welches Thema würden Sie wählen und welche Hauptpunkte würden Sie ansprechen?
Mein Titel: „Humanzentrierung: Ein Leitfaden für einheitliches Wirtschaftswachstum“
In meinem Vortrag würden wir Einblicke teilen, um die erfahrungsbasierten Gemeinsamkeiten zwischen den "Habenden" und den "Nicht-Habenden" zu beleuchten.
Ich würde für die transformative Kraft einheitlicher, positiver Interaktionen plädieren, um gerechtes und signifikantes Wachstum zu fördern.
Durch diese gemeinsamen Erfahrungen würde ich das Publikum dazu führen, das Potenzial einer inklusiven und prosperierenden Weltwirtschaft zu erkennen.
Haben Sie aus erster Hand Auswirkungen von KI auf die CX-Praxis erlebt? Welche Entwicklungen erwarten Sie in den nächsten Jahren?
In meiner Arbeit mit CX habe ich KI, insbesondere Tools wie generative KI und große Sprachmodelle, als mächtige Motoren für Zusammenhalt erlebt.
Indem diese Tools unseren Kundenservice-Mitarbeitenden dabei helfen, komplexe Probleme zu lösen, agieren sie als unterstützende Partner und verstärken den menschlichen Kontakt, anstatt ihn zu ersetzen.
Mit Blick in die Zukunft bin ich optimistisch, dass sich unser Verständnis von Kundenerlebnissen wandeln wird. Durch die nahtlose Integration von KI und menschlichen Interaktionen bewegen wir uns weg von isolierten Kundenerlebnissen hin zu "geteilten Erfahrungen".
Das bedeutet, dass Interaktionen nicht mehr nur zwischen einer Marke und ihren Kund:innen stattfinden, sondern zu gemeinsam gestalteten Momenten werden, geprägt durch die Zusammenarbeit von KI-Insights und menschlicher Empathie. Solche gemeinsamen Erfahrungen werden nicht nur tiefere Bindungen schaffen, sondern auch das Wesen von Kundenbeziehungen grundlegend neu definieren – kollaborativer, intuitiver und bereichernder für alle Beteiligten.
Haben Sie aus erster Hand Auswirkungen von KI auf die CX-Praxis erlebt? Welche Entwicklungen erwarten Sie in den nächsten Jahren?
In meiner CX-Karriere haben vor allem einige Kernkompetenzen den Unterschied gemacht:
Empathie: Ein echtes Verständnis für Gefühle und Bedürfnisse der Menschen war immer das Herzstück meiner Arbeit.
Zuhören: Es geht nicht nur ums Hören, sondern wirklich darum, darauf einzugehen, was Menschen sagen.
Anpassungsfähigkeit: Die Welt der CX (und des Lebens) wandelt sich ständig, daher ist es entscheidend, diesen Wandel aktiv mitzugehen.
Ganzheitliches Denken: Das große Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, hilft, auch bei den "Details" zu unterstützen und bringt alle Beteiligten voran.
Teamarbeit: Die Zusammenarbeit mit diversen Teams sorgt dafür, dass wir gemeinsam wachsen.
Ständiges Lernen: Wachsam zu bleiben und sich regelmäßig neues Wissen anzueignen, hält mich im Spiel.
Klare Kommunikation: Ideen klar verständlich zu teilen sorgt dafür, dass alles reibungsloser läuft.
Kurz gesagt, auch wenn das Wissen um Technologien und Tools wichtig ist, sind es die menschzentrierten Fähigkeiten, die das Fundament meines Erfolgs in der CX bilden.
Welchen Rat würden Sie jemandem geben, der gerade seine CX-Karriere startet oder aus einem verwandten Bereich wie Call Center oder Customer Service Management wechselt?
Der beste Rat, den ich geben kann, stammt von dem berühmten Dichter Deltron 3030, der sagte: "Nachahmer landen beim Wettrennen der Menschheit immer hinten."
In der Welt des CX erinnert das daran, authentisch zu bleiben und seinen eigenen Weg zu gehen. Echte Verbindungen sind wichtiger, als zur Masse zu gehören.
Wann ist CX als Disziplin erstmals auf Ihrem Radar aufgetaucht? Wie haben Sie den Wandel in dieser Zeit erlebt?
Ich habe CX erstmals wahrgenommen, als es sich mir als etwas Persönliches – und nicht bloß als weiteres Business-Buzzword – erschlossen hat.
Es fühlte sich an wie eine Möglichkeit, meine eigenen Erfahrungen auf den Prüfstand zu stellen und zu sehen, ob ich wirklich nachvollziehen kann, was andere gerade durchmachen.
Im Laufe der Jahre habe ich gesehen, wie CX sich von der Bearbeitung von Kundenanliegen zum tieferen Verständnis und zur Förderung der gesamten Reise der Kund:innen gewandelt hat.
Und in diesem Wandel habe ich erkannt: Es geht nicht nur darum, zu verkaufen oder Probleme zu lösen, sondern darum, echte positive Veränderungen im Leben der Menschen zu bewirken.
Es ist schön zu sehen, wie sich mein Engagement in der CX-Community kontinuierlich weiterentwickelt hat, und ich bin gespannt, was die Zukunft bringt.
Welcher Trend wird Ihrer Meinung nach in den nächsten drei Jahren den größten Einfluss in (Ihrem Bereich der) CX haben?
In den kommenden Jahren wird einer der wichtigsten Trends wohl das „ganzheitliche, menschzentrierte Design“ sein. Anstatt Kund:innen als Zahlen zu sehen, werden wir mehr über ihre echten Lebensgeschichten erfahren und uns noch besser an ihre sich wandelnden Bedürfnisse anpassen.
