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Als User Research Lead bin ich immer die Erste, die dafür plädiert, dass die besten Ergebnisse erzielt werden, wenn erfahrene, festangestellte Forscher:innen im Unternehmen tätig sind, um die Kraft von UX-Research-Methoden voll auszuschöpfen. Dennoch ist die Realität oft anders – nicht alle Unternehmen und Organisationen verfügen über diese Ressourcen und nicht alle Führungsteams sind überzeugt, dass es sich lohnt, die Teamstruktur neu zu denken und Forschende einzustellen.  

Das bedeutet, dass häufig Nicht-Forscher:innen Forschungsaufgaben übernehmen müssen, ohne wirklich viel über UX-Research-Methoden oder User Research im Allgemeinen zu wissen. Nur weil du UX Design oder etwas anderes im Bereich User Experience studiert hast, heißt das nicht automatisch, dass du weißt, wie man zuverlässige Nutzerforschung durchführt. 

Wenn das auf dich zutrifft, hast du wahrscheinlich schon nach Begriffen wie best practices für Nutzerinterviews gegoogelt, aber ich sage dir folgendes:

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1) Es gibt viele User Research-Methoden und die Research-Toolbox enthält viel mehr als nur Interviews, und

2) Die Auswahl der richtigen Methodik für deine UX-Research-Ziele ist entscheidend dafür, ob deine Forschung relevant und umsetzbar ist. 

Im Folgenden gebe ich dir einen Überblick über verschiedene User-Research-Methoden und die Arten von Forschungsfragen, für die sie sich am besten eignen. Du wirst feststellen, dass ich insgesamt einen Mixed-Methods-Ansatz begrüße. Das bedeutet, hier findest du sowohl quantitative als auch qualitative Methoden, damit für jedes Forschungsziel das passende Werkzeug zur Verfügung steht.  

Die gute Nachricht ist: Du wirst feststellen, dass Nutzerforschung viele der gleichen Konzepte umfasst, die man auch beim Studium von UX-Design oder User Experience lernt. Auch wenn es viel zu lernen gibt, startest du selten völlig ahnungslos. Legen wir los!

Bevor du eine User-Research-Methode auswählst, definiere dein Forschungsziel. 

Gute Forschungsfragen zu formulieren ist der erste Schritt zu guter User Research — und es ist unmöglich, sicher zu sein, dass du die richtigen UX-Research-Methoden auswählst, wenn du nicht exakt festgelegt hast, was du herausfinden willst. 

User Research unterscheidet sich von akademischer Forschung insofern, als dein Ziel höchstwahrscheinlich nicht nur ist, einen internen Wissenschatz aufzubauen. Du möchtest so effizient wie möglich über deine Nutzer lernen, um zentrale Designentscheidungen für deine Website oder dein Produkt treffen zu können. Stelle dir also bei der Formulierung deiner Forschungsfrage folgende Frage:

Was muss ich über Nutzer:innen wissen, um mit diesem Projekt, Feature etc. weiterzukommen?

Basierend auf der Antwort wählst du die passenden Forschungsmethoden aus.

Gute User-Research-Fragen beantworten gezielt das, was du brauchst, um weiterzukommen. Sie sollten außerdem deine internen Annahmen auf den Prüfstand stellen. „Mögen Nutzer dieses Layout?“ ist weniger hilfreich als „Können Nutzer dieses Layout erfolgreich navigieren?“  

Deine Forschungsfragen können, wie im obigen Beispiel, auf Usability abzielen oder allgemeiner sein — zum Beispiel: „Welche ungeklärten Pain Points haben unsere Nutzer:innen?“

Explorative Forschungsfragen können dir helfen, Ideen für deine User Personas, eine Customer Journey Map, ein Service Design Blueprint oder ein Produkt-Roadmap zu entwickeln.

Unabhängig davon, ob du Forschung betreibst, um Ideen zu generieren oder um konkrete Aspekte deines aktuellen Angebots zu evaluieren: Entscheidend ist, dein Ziel zu kennen, bevor du die Methode auswählst. 

Überblick über gängige User-Research-Methoden und die Forschungsfragen, die sie beantworten

Alles klar — du weißt, was du herausfinden möchtest. Der nächste Schritt erfolgreicher Nutzerforschung ist die bewusste Auswahl deiner User-Research-Methoden. Gehe nicht einfach davon aus, dass du nur mit Nutzenden redest oder schnell eine Umfrage verschickst. Die User-Research-Toolbox ist groß, und das aus gutem Grund: Jede Methode liefert unterschiedliche Blickwinkel und hat Stärken sowie Schwächen, was die Art der Erkenntnisse angeht, die sie hervorbringen kann. Tauchen wir ein.

Usability Testing: eine essenzielle evaluative Methode im Designprozess

Usability-Tests sind eine häufig gewählte User-Research-Methode – und aus gutem Grund: Es ist der direkteste Weg, um zu prüfen, ob ein bestimmter Flow oder ein Feature für deine Nutzer:innen intuitiv ist. Fast immer resultieren aus Usability-Tests eine Liste von Problemen samt möglicher Lösungen, um die User Experience zu verbessern.  

Usability-Tests können live mit Testpersonen durchgeführt werden (das nennt man meist moderiertes Testing), bei dem man gemeinsam sitzt und beobachtet, wie Nutzer:innen versuchen, Aufgaben oder Workflows zu absolvieren. So kannst du direkt Rückfragen stellen.  

Unmoderiertes Testing ist allerdings oft die praktischere Alternative, weil man dabei Plattformen wie usertesting.com nutzt, um passende Nutzer:innen zu finden. Die Teilnehmenden absolvieren das Testen dann in ihrem eigenen Tempo, und du erhältst Videoaufzeichnungen zur Analyse. Das spart Terminstress mit Testpersonen, und du kommst schneller zu den benötigten Usability-Sessions. 

Hinweis: Usability-Test ist eine evaluative Forschungsmethode. Das heißt, man untersucht damit die Effektivität von etwas, das in deinem bestehenden Produkt, einem Konkurrenzprodukt oder einem Prototyp schon existiert. Möchtest du hingegen neue Ideen generieren, ist Usability Testing nicht die passende Methode — mehr dazu später. 

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User Interviews: bestehende und potenzielle Nutzer:innen

Interviews sind eine weitere sehr gängige User-Research-Methode – und das aus gutem Grund: Sie sind exzellent, um tiefgehende Einblicke in Nutzerbedürfnisse, -motive, -herausforderungen und -verhalten zu bekommen. Interviews können persönlich oder virtuell erfolgen und ermöglichen es, Nutzer:innen ganzheitlich kennenzulernen – weit über das hinaus, wie sie mit deinem Produkt interagieren.

Interviews sind dann die richtige Methode, wenn du Menschen besser verstehen möchtest, statt nur Usability-Fragen zu beantworten. Zum Beispiel:

  • Was motiviert Nutzer dazu, ein Konkurrenzprodukt zu verwenden? 
  • Was frustriert an deinem Produkt? 
  • Welche ungelösten Pain Points hat deine Zielgruppe trotz aller Produkte auf dem Markt noch? 

Hinweis: Manchmal wird das Führen von Interviews als reines „mit Nutzern sprechen“ abgetan, als wäre es eine lockere Plauderei. In Wahrheit ist Interviewen eine Kunst und es lohnt sich, die best practices aufzufrischen, damit deine Interviews auch verlässliche Daten liefern.

Sekundärforschung: eine qualitative Methode, wenn die Daten schon da sind

Denk nicht, dass du immer neue Daten generieren musst: Häufig gibt es bereits umfangreiche Daten, die analysiert werden können! Wenn du zum Beispiel für eine Firma mit einer Abnehm-App arbeitest, kannst du viel über die Wertversprechen und Frustrationen deines Produkts und der Konkurrenz lernen, indem du App-Store-Bewertungen und Kommentare in sozialen Medien analysierst.

Stelle dir bei der Sekundärforschung folgende Frage:

Wo sprechen Menschen über Marken aus unserem Bereich?

Erstelle einen Plan, wie du systematisch die relevanten Daten findest und analysierst, um mehr über deine Marke – und deine Konkurrenz – mit Nutzerbrille zu lernen.

Umfragen: klassische quantitative Methode, wenn du den Überblick brauchst

Umfragen werden oft entweder zu oft oder zu selten genutzt, weil ihr echter Nutzen nicht immer klar ist. Die Grundregel: Umfragen sind am sinnvollsten für einfache Fragen zu Nutzerwahrnehmungen und -verhalten, bei denen quantitative Relevanz zählt. 

Heißt: Mit Methoden wie Interviews erhältst du fast immer tiefere, reichhaltigere Insights über deine Nutzer:innen. Aber manchmal musst du wirklich wissen, wie überzeugend bestimmte Dinge in Zahlen sind.  

Zum Beispiel: 75 % unserer Power-User nutzen ein anderes Produkt, um fehlende Funktionen bei uns zu kompensieren. Das sind keine Erkenntnisse, die du aus 15 Interviews bekommst, aber sie helfen, die Feature-Roadmap zu priorisieren.

Wie Interviews ist auch das Schreiben einer Umfrage eine Wissenschaft für sich. Es herrscht oft der Irrglaube, eine Umfrage sei ein beliebiger Fragebogen und alles ist gut, solange Nutzer:innen die Fragen verstehen. Das ist weit gefehlt – informiere dich daher unbedingt über best practices für Fragebogenerstellung und Datenauswertung, bevor du loslegst.

Was die Umsetzung betrifft, kannst du Umfragen direkt in deine Website oder dein Produkt einbauen, wenn du Erkenntnisse über die eigenen Nutzer:innen gewinnen willst. Suchst du Insights von deiner Zielgruppe allgemein (und nicht spezifisch deinen Nutzenden), kannst du über Plattformen wie SurveyMonkey Online-Umfragen erstellen und passende Teilnehmende einkaufen.

Concept Testing: Methode für die Ideenphase im Designprozess

Concept Testing ist die Standard-User-Research-Methode, wenn ein Team an etwas Neuem arbeitet. Hast du eine Idee für ein Feature oder ein neues Produkt, kannst du mittels Concept Testing herausfinden, ob es tatsächlich einen Nutzerbedarf adressiert und wie Nutzende generell auf dein Konzept reagieren. Das hilft zu entscheiden, ob die Idee weiterverfolgt werden sollte, und gibt dir erste Hinweise für die Umsetzung.

Dabei präsentierst du Nutzer:innen einen Entwurf deines neuen Konzepts; das kann von ein paar Slides mit Visualisierungen bis zu einem funktionalen Prototypen reichen. Anschließend stellst du gezielt Fragen, um deren Feedback und Einschätzungen zu erheben und analysierst die Ergebnisse mehrerer Nutzer:innen.

Card Sorting: alles, was du für deine Informationsarchitektur brauchst 

Card Sorting ist eine bewährte qualitative Methode, mit der du herausfindest, wie Nutzer:innen oder Zielgruppen verschiedene Konzepte, Begriffe und Themen ordnen und gruppieren. Solche qualitativen Daten liefern wertvolle Insights zur Informationsarchitektur digitaler Produkte.  

Praktisch läuft das so ab, dass Teilnehmende aufgefordert werden, Karten mit Begriffen oder Themen zu gruppieren und zu kategorisieren. Das kann sowohl virtuell als auch in Präsenz erfolgen.  

Angenommen, Sie sind UX-Designer und arbeiten daran, die Symbolleiste einer Foto-Bearbeitungs-App zu organisieren. In diesem Fall müssen Sie entscheiden, welche Bearbeitungswerkzeuge Sie zusammen gruppieren. Eine Card-Sorting-Übung kann Ihnen dabei helfen zu verstehen, welche Bearbeitungswerkzeuge Ihre Zielgruppe bzw. Nutzer miteinander assoziieren – und warum.

Mit diesen Informationen können Sie eine intuitivere Symbolleiste gestalten, in der die Nutzer die verschiedenen Funktionen, die sie für die Fotobearbeitung benötigen, leichter finden.

Participatory Design: eine qualitative Methode, um Ihren Designprozess aufzupeppen

Participatory Design ist eine Forschungsmethode, bei der wir unsere Denkweise ändern und unsere Nutzerbasis als Partner im Design- und Produktentwicklungsprozess betrachten. Den Nutzern werden in der Regel Bastelmaterialien oder einfach Schreibmaterialien zur Verfügung gestellt und sie werden gebeten, ihr ideales Erlebnis zu "gestalten".

Wenn Sie zum Beispiel an einer Webplattform arbeiten, die kleinen Unternehmen bei der Finanzverwaltung hilft, könnten Sie eine Participatory-Design-Session durchführen, in der Nutzer ihre ideale Startseite entwerfen.

Sofern Sie nicht gerade eine Plattform für Designer oder Produktmanager bauen, werden Ihre Nutzer Ihnen in einer Participatory-Design-Session eher selten konkrete Funktionen oder Designkonzepte bieten. Das Ziel dieser Forschungsmethode ist es vielmehr, ein Gefühl dafür zu bekommen, was Ihren Nutzern generell wichtig ist, was Ihrer aktuellen Plattform fehlt usw. Achten Sie sehr genau darauf, warum Ihre Teilnehmer bestimmte Elemente in ihren Entwürfen platzieren – das sind die relevanten Erkenntnisse, die später analysiert werden.

Focus Groups: Klassiker, aber mit Vorsicht zu genießen

Focus Groups sind eine umstrittene Forschungsmethode, denn in einer Gruppendiskussion beeinflussen sich die Teilnehmer oft gegenseitig. Ohne sehr versierte Moderation besteht das Risiko des Groupthink – die Teilnehmer äußern sich eher so, dass sie sozial anerkannt werden, als dass sie tatsächlich ihre eigenen Gedanken und Erfahrungen teilen. Daher werden in der Nutzerforschung oft Participatory Design oder 1:1-Methoden bevorzugt.

Der Hauptvorteil von Focus Groups liegt darin, dass man Daten von mehreren Teilnehmern gleichzeitig gewinnen kann. Falls Sie sich für eine Focus Group entscheiden, sollten Sie sich unbedingt über die besten Praktiken informieren, damit Sie die Gruppe so moderieren, dass Sie trotz aller Einschränkungen möglichst aussagekräftige Daten erhalten.

Kundenfeedback: Binden Sie andere Teams in Ihren Designprozess ein

Vergessen Sie bei der Auswahl einer geeigneten Forschungsmethode nicht die Nutzerdaten, die Sie vielleicht schon besitzen! Wenn Ihr Unternehmen oder Ihre Organisation über ein Vertriebsteam oder einen Kundensupport verfügt, haben Sie wahrscheinlich bereits intern eine wahre Fundgrube an Feedback, das für Ihre Forschungsziele relevant sein könnte.

Oftmals kategorisieren kundenzugewandte Teams das Kundenfeedback nach Themen. Am besten sprechen Sie einen Kollegen aus dem Vertrieb oder Support an, erklären Ihre Forschungsziele und überlegen gemeinsam, welches Nutzerfeedback dafür relevant wäre. Generell haben diese Teams Feedback zu allem – von allgemeinen Stimmungen bis hin zu spezifischen Funktionen.

A/B-Tests: die quantitative Methode schlechthin

Oft haben CX-, Marketing- und Produktteams Fragen zu Nutzerpräferenzen. Vielleicht gibt es zwei konkurrierende Ansätze – sei es beim Text oder beim Funktionsablauf. In so einer Situation sollten Sie immer A/B-Tests in Betracht ziehen.

A/B-Tests sind eine Forschungsmethode, bei der Sie zwei verschiedene Versionen einer Sache veröffentlichen – idealerweise mit nur einem Schlüsselunterschied –, um anschließend anhand Ihrer wichtigsten Kennzahlen herauszufinden, welche davon erfolgreicher ist.

Angenommen, Sie arbeiten an einer Medienseite, deren Haupt-KPI die Click-Through-Rate (CTR) ist. Dann könnten Sie zwei verschiedene Calls-to-Action (CTAs) testen, die Besucher von einem Artikel zum nächsten führen. Die beiden Versionen Ihrer Seite werden zufällig und zu gleichen Teilen den Nutzern ausgespielt – jede mit einem anderen CTA. Letztlich vergleichen Sie: Welche Version des CTA hat mehr Klicks erhalten? Das wäre dann die Gewinner-Variante Ihres A/B-Tests, die Sie allen Nutzern zur Verfügung stellen würden.

Der Hauptvorteil eines A/B-Tests gegenüber qualitativen Forschungsmethoden liegt darin, dass Sie auf quantitativen Daten basieren: Sie erreichen statistische Signifikanz und wissen sicher, welche der getesteten Varianten Ihre Hauptkennzahlen am deutlichsten und positivsten beeinflusst.

Hinweis: Obwohl A/B-Tests ein gewisses Maß an Sicherheit bieten, was für wichtige Produktentscheidungen sehr nützlich sein kann, sind sie auch teuer, weil Ihre Entwicklungs- und Designteams tatsächlich zwei Versionen umsetzen müssen. Aus diesem Grund sollten Sie A/B-Tests für besonders risikoreiche Entscheidungen reservieren und bei geringerer Tragweite andere Methoden wie z. B. Konzepttests nutzen.

Tagebuchstudien: Lassen Sie sich nicht von einzelnen Erlebnissen beeinflussen

Tagebuchstudien sind eine qualitative Forschungsmethode, die immer beliebter wird, weil sie einen besseren Einblick in das Verhalten Ihrer Zielgruppe über einen längeren Zeitraum geben.

Schauen wir kurz zurück: Qualitative Methoden wie Nutzerinterviews sind unverzichtbar, haben aber einen entscheidenden Nachteil. Sie bekommen durch ein Interview nur einen Momentaufnahme der Selbstwahrnehmung und der eingeschätzten Verhaltensweisen, die oft durch aktuelle Erfahrungen beeinflusst ist. Wenn Sie mich z. B. zu meinen Erfahrungen mit einer Parkplatz-App befragen und ich heute Morgen mehr als 20 Minuten nach einem Stellplatz suchen musste und dann auch noch zu viel bezahlt habe – dann wird das mein Feedback beeinflussen, selbst wenn die meisten meiner bisherigen Erlebnisse positiv waren.

Tagebuchstudien bieten hier eine Lösung.

Bei Tagebuchstudien füllen die Teilnehmer einer Untersuchung über eine gewisse Zeitspanne wiederholt Fragebögen aus oder führen regelmäßige Interviews. Bleiben wir beim Thema Parkplatz-App: Ihre Teilnehmer könnten in einer passenden Tagebuchstudie z. B. über 10 Tage hinweg zweimal täglich eine kurze Umfrage zu ihren Park-Erfahrungen am Morgen und Abend beantworten. So vermeiden Sie, dass ein einzelner besonders guter oder schlechter Tag die Gesamtdaten verzerrt.

Die Integration von User-Research-Methoden in Ihren Produkt- oder Design-Workflow kann tatsächlich Ihre Ergebnisse beeinflussen.

Warum sollte man sich auf Intuition verlassen, wenn es um Nutzerverhalten, Informationsarchitektur, mentale Modelle und Präferenzen geht – wenn man auch Gewissheit haben kann? User Experience Research liefert Erkenntnisse darüber, was tatsächlich in der Realität passiert, und macht Ihren Erfolg sowie den Ihrer Stakeholder wahrscheinlicher.

Egal, ob Sie CX-Profi, Produktmanager, UX-Designer oder Teil des Marketing-Teams sind – Sie profitieren davon, User-Research-Methoden in Ihren Workflow zu integrieren. Beginnen Sie mit evaluativen Methoden wie Usability-Tests, um Ihre bestehenden Abläufe aus der Nutzerperspektive zu überprüfen – und bauen Sie darauf auf.

Mein Werdegang zum User Research Lead hat genauso angefangen. Ich habe User-Research-Methoden in meine Arbeit als Product Marketing Manager integriert und dann – tja, das ist eine professionelle Liebesgeschichte für ein andermal.

Wenn Sie wirklich mehr über User Research lernen möchten, empfehle ich Ihnen das Buch Just Enough Research von Erika Hall. Dieses Buch allein macht Sie zwar noch nicht zum vollständigen UX-Researcher, aber Sie erfahren sehr viel mehr über Best Practices, die die Verlässlichkeit und Wirksamkeit Ihres Arbeit verbessern.

image just enough research book
[Bildquelle: Twitter]

Sie können sich auch eine Vielzahl von Online-Kursen und -Inhalten ansehen, zum Beispiel bei der Nielsen Norman Group oder der Interaction Design Foundation.

Noch ein letzter Tipp: Vergessen Sie nicht, den CX Lead Newsletter zu abonnieren. Er liefert Ihnen kontinuierlich praxisnahe Tipps, um Nutzerfeedback überall einzubinden. Viel Erfolg bei Ihrer Forschung!

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