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Composable DXPs sind modulare, auf Best-of-Breed-Prinzipien basierende digitale Experience-Plattformen, die aus miteinander kompatiblen Services bestehen – nicht aus einer einzigen, monolithischen Suite. Sie ermöglichen schnelle Innovationen, Flexibilität und eine stärker personalisierte Kundenerfahrung – etwas, das monolithische Suiten entweder gar nicht oder nur mit großem Aufwand an Zeit und Ressourcen bieten können.  

In diesem Artikel erläutere ich, was Composable DXPs sind, warum sie wichtig sind und wie Sie entscheiden, ob sie zu Ihrer Architektur passen.

Was sind Composable DXPs?

Composable DXPs sind digitale Experience-Plattformen, die in einzelne Module aufgeteilt sind, welche zu einem Gesamt-System verbunden werden – statt einer riesigen, einheitlichen Software. Unternehmen können so einzelne Komponenten verschiedener Anbieter „mixen und kombinieren“ und ein hochgradig individualisiertes und skalierbares Digital Experience-Ökosystem nach ihren Vorstellungen zusammenstellen. 

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Warum sind Composable DXPs wichtig?

Composable DXPs sind entscheidend, da sie den Bedarf nach mehr Agilität und Individualisierung in digitalen Kundenerlebnissen adressieren. Unterschiedliche Produkte benötigen unterschiedliche Touchpoints beim Kunden. Obwohl monolithische Plattformen für Erstinstallationen unkompliziert sind, fehlt ihnen die für heutige, sich laufend wandelnde Märkte erforderliche Flexibilität und Geschwindigkeit. Composable DXPs erfüllen dabei mehrere zentrale Anforderungen:

  • Agilität: Sie erleichtern kontinuierliche Agilität, da einzelne Komponenten unabhängig verbessert oder ausgetauscht werden können, ohne das gesamte System zu beeinflussen.
  • Flexibilität: Jedes Element kann auf das digitale Erlebnis zugeschnitten werden, das ein Unternehmen schaffen möchte. Spezialisierte Tools können genutzt werden, z. B. für Hyperpersonalisierung, fortschrittliche Digital-Experience-Analytics oder leistungsfähige E-Commerce-Funktionalitäten.
  • Intermodulare Kommunikation: Composable DXPs sorgen für freien Informationsaustausch zwischen den Modulen. Das ist für ein reibungsloses, kanalübergreifendes Omnichannel-Erlebnis für Kunden essenziell. Die Kommunikation erfolgt über APIs (Application Programming Interfaces), welche als Brücken zwischen Modulen dienen.
  • Ownership: Durch die modularen Architekturen können verschiedene Teams wie Marketing, IT und Produkt ihre Tools unabhängig verwalten – das fördert Ownership und beschleunigt die Entwicklung, weil Spezialisten sich aufs Wesentliche konzentrieren und Innovationen schneller umsetzen.

Die Entwicklung der DXPs

  • 1990er Jahre: Statische Webseiten, frühe CMS-Systeme entstehen, um Content effektiv zu verwalten
  • Frühe 2000er Jahre: Web-CMS-Plattformen wie WordPress, Drupal usw. werden populär. Der Schwerpunkt verschiebt sich auf dynamische Content-Auslieferung, Personalisierung und Templates.
  • Mitte 2000er Jahre: Web-CMS beginnen, E-Commerce-Tools, CRM, ERP und Portale zu integrieren. Dies erleichtert interne Zusammenarbeit und Nutzensegmentierung.
  • 2010 bis 2015: Wechsel von Multi-Channel zu Omnichannel, mit starkem Fokus auf einheitliche, nahtlose Kundenerlebnisse.
  • 2016 bis 2018: DXPs werden als Weiterentwicklung von CMS positioniert, mit integrierter Orchestrierung und datengetriebenen Funktionen, um Kundenreisen kanalübergreifend zu vereinheitlichen.
  • 2019 bis 2021: Wachstum von Composable DXPs und MACH-Architektur (Microservices, API-first, Cloud-native, Headless). Headless-Systeme ermöglichen das Entkoppeln von Front- und Backend bei CMS und Datenhaltung. Im Juni 2020 wird die MACH Alliance gegründet, um Standards zu setzen und Anbieter für modulare Architekturen zu zertifizieren.
  • 2022 bis heute: KI-getriebene Personalisierung und Composability stehen im Vordergrund: Fokus auf Echtzeit-Daten, modulare Stacks und das „Total Experience“.

Ab 2025 bieten führende Anbieter, die bislang auf Monolithen gesetzt haben, nun ihre Plattformen mit composable Elementen an. Gartner prognostiziert, dass bis 2026 70 % der Unternehmen zu einer composable Architektur wechseln werden (2023: 50 %).

Composable DXP vs. monolithischer DXP

Composable DXPs zerlegen den Monolithen in separat verwaltbare Komponenten, die mittels APIs kommunizieren. Monolithische Plattformen haben zwar Vorteile, scheitern aber im Innovationsumfeld, da ihre Größe sie träge macht. Der globale Technikausfall 2024, der Verluste von über fünf Milliarden Dollar innerhalb weniger Stunden verursachte, ist ein Paradebeispiel für die Schwächen monolithischer Strukturen.

Wenn es um die Wahl einer neuen Plattform geht, ist die Entscheidung zwischen einer composable und einer monolithischen DXP strategisch entscheidend. Hier ist ein Vergleich, der Sie bei der Entscheidung für Ihr Unternehmen unterstützt:

KriteriumComposable DXPMonolithische DXP
ArchitekturModulare Architektur nach MACH-Prinzipien: Microservices, API-first, Cloud-native SaaS, HeadlessEinzelanbieter, schwergewichtig, eng gekoppelt, All-in-one-Suite
Time-to-MarketSchnellere Bereitstellung von Funktionen oder KanälenLangsamere Releases durch Abhängigkeiten, komplexer Aufbau und längere Entwicklungszyklen
FlexibilitätEinzelne Komponenten (z. B. CMS, Analytics, Commerce) können nach Bedarf ausgetauscht oder skaliert werdenAlle Funktionen gebündelt; Anpassungen erfordern oft Änderungen am Gesamtsystem
Vendor Lock-inMix and Match“-Ansatz ermöglicht AnbieterunabhängigkeitStarke Abhängigkeit von einem Anbieter durch eigenes Ökosystem
KundenerlebnisErmöglicht Hyperpersonalisierung über Kanäle hinweg durch vereinheitlichte APIsPersonalisierung ist begrenzt durch Plattformfähigkeiten und starre Datenflüsse
IntegrationAnfangs komplexe Integration, erfordert Planung, vereinfacht sich aber langfristigAnfänglich einfache Integration, steigt aber mit Skalierung und zusätzlichen Anforderungen stark in der Komplexität
SkalierbarkeitCloud-nativ, skaliert automatisch nach BedarfSkalierung erfordert Entwickler, neue Hardware und/oder Lizenzstufen
InnovationModularer Aufbau und unabhängige Verantwortlichkeiten fördern Experimente und Iteration mit geringem RisikoInnovation ist abhängig von Hersteller-Updates; Umstiegskosten und Kompatibilität erschweren Flexibilität
Total Cost of Ownership (TCO)Langfristig potenziell günstiger durch reduzierte Wartung und flexible AnbieterHöhere Langzeitkosten durch Lizenzen, Wartung und Systemaufblähung
Sicherheit & ComplianceKomponentenbasierte Sicherheit und schnellere Updates, aber mehr EinzelteileSystemweite Patches erforderlich; Updates verzögern sich oft bei Anbieterabhängigkeit

Vorteile einer Composable DXP

Der Gartner DXP Magic Quadrant 2025 hebt hervor, wie unverzichtbar Composable DXPs für Unternehmen geworden sind. Die wichtigsten Gründe für die Umstellung sind die Vorteile gegenüber monolithischen Systemen. Kritische Vorteile sind:

Erhöhte Flexibilität und Skalierbarkeit

Die modulare Struktur von Composable DXPs setzt für jede Komponente auf spezielle Microservices, was das Handling vereinfacht: Änderungen an einem Modul betreffen die Gesamtplattform nicht. Da Module über APIs kommunizieren, bleiben bestehende Schnittstellen funktionsfähig, solange die Grundstruktur gleich bleibt. 

Im Gegensatz zu Monolithen lassen sich einzelne Dienste einer Composable DXP unabhängig skalieren. Beispielsweise kann zur Hauptsaison die Leistung der E-Commerce-Engine erhöht werden, ohne das CMS ebenfalls aufrüsten zu müssen. 

Schnellere Time-to-Market

Composable DXPs sind nicht an einen einzelnen Anbieter oder dessen Entwicklungsschritte gebunden. Verschiedene Anbieter können parallel ihre spezialisierten Funktionen einbringen. Diese Struktur verkürzt Time-to-Market für neue Features, Kampagnen oder digitale Experiences erheblich. 

Laut dem Benchmark Report 2023 der MACH Alliance können Unternehmen mit MACH-Architekturen neue Funktionen bis zu 80 % schneller launchen als mit monolithischen Legacy-Systemen. 

Personalisierte Kundenerlebnisse ermöglichen

Einer der größten Vorteile für CX-Verantwortliche ist die Fähigkeit, wirklich personalisierte digitale Kundenerlebnisse anzubieten. Composable DXPs ermöglichen die nahtlose Integration spezialisierter Tools wie Customer Data Platforms (CDP), Analytics-Engines und KI-basierter Personalisierungs-Engines für individuelle Inhalte und Interaktionen. 

Eine Studie von Segment aus 2021 ergab, dass 60 % der Befragten nach einem personalisierten Einkaufserlebnis zu Wiederholungskäufern werden würden.

Praxisbeispiel: Mars migrierte die Marke M&Ms auf eine composable Architektur, um direkt an Konsumenten in 15 Ländern zu verkaufen. Ergebnis: Plus 15 % Conversion, plus 4,5 % durchschnittlicher Bestellwert im Jahresvergleich – und auch NPS und Kundenfeedback entwickelten sich deutlich positiver.

Fördert Innovation durch Ownership 

Composable DXPs begünstigen bessere Zusammenarbeit, gerade zwischen CX-, Marketing- und IT-Teams. Entkoppelte Komponenten ermöglichen eigenständige, agile Arbeitsabläufe, ohne dass jede Änderung Entwickler-Input benötigt. Das beschleunigt Innovationszyklen und verbessert das digitale Kundenerlebnis massiv. 

Reduzierte Anbieterabhängigkeit (Vendor Lock-in)

Monolithische Plattformen binden Sie an einen bestimmten Anbieter, der alle Änderungen, Upgrades und Fehlerbehebungen steuert – was die Umsetzung verlangsamt. Eine composable Architektur erlaubt es dagegen, für jede Funktion jeweils die beste Lösung auszuwählen. Wird eine Komponente nicht mehr benötigt, können Sie sie unkompliziert austauschen – ohne den gesamten DXP neu zu bauen.

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Echte Omnichannel-Bereitschaft

Heute erreichen Kunden Unternehmen über viele digitale Touchpoints – Web, App, Social Media, IoT, Sprachassistenten usw. – und erwarten überall ein einheitliches Erlebnis.

Composable DXPs sind von Haus aus für diese Omnichannel-Welt entworfen. Headless-Architektur und API-first-Ansatz liefern Rohdaten ohne vorgegebene Präsentationsschicht, sodass ein zentraler Content überall publiziert und genutzt werden kann. Das hält Markenerlebnis und Customer Journey konsistent – was die Bindung stärkt.

Monolithische Systeme tun sich damit dagegen oft schwer und bleiben auf klassische Web-/App-Kanäle begrenzt.

Geringeres Risiko

Durch die Verteilung auf verschiedene Anbieter reduziert eine composable DXP das Risiko, dass mangelnde Flexibilität oder Support beim zentralen Anbieter Ihre digitale Entwicklung gefährden. Das erhöht Stabilität und Ausfallsicherheit.

Herausforderungen einer Composable DXP

Natürlich gibt es bei Composable DXPs auch Herausforderungen, darunter:

Komplexität bei der Integration

Ein composable Stack erfordert tiefe Integration zwischen Microservices, APIs und Plattformen. Mit zunehmender Skalierung treten häufiger Daten-Sync-Probleme und umfangreiche Debugging-Prozesse auf. Daher sind robuste Monitoring-Tools für digitale Erlebnisse Pflicht.

Skill- und Kulturwandel

Das Einführen composabler DXPs kann neue Kompetenzen erfordern (API-Design, Cloud-Operations, DevOps) sowie ein kooperatives Mindset über Teamgrenzen hinweg. Die MACH Alliance weist darauf hin, dass „die richtige MACH-Mentalität und -Skills“ ein kritisches Hindernis sind.

Governance und Overhead

Governance wird mit mehreren Anbietern und Tools komplexer: Mehr Verträge, SLAs, Versionen. Standards (gemeinsame APIs, Sicherheitsprotokolle, Konventionen) sollten frühzeitig festgelegt werden, um reibungslose Abläufe zu sichern. Viele Organisationen unterschätzen allerdings den Mehraufwand bei der Verwaltung und Absicherung vieler Microservices.

Initiale Komplexität und Kosten

Die initiale Definition der composable Architektur ist ebenso aufwendig wie notwendig: Werden Abläufe und Microservices nicht detailliert geplant, drohen Tool-Wildwuchs und Ressourcenverschwendung durch unkontrollierte Implementierung.

Datenkonsistenz und Sicherheit

Unternehmensdaten konsistent über mehrere Services hinweg zu halten, erfordert eine solide Data Governance im modularen Stack. Jedes Modul kann ein Einfallstor für Angreifer darstellen und das gesamte System oder Kundendaten kompromittieren. 

Datenschutz und Sicherheit für jede einzelne Komponente zu gewährleisten ist komplex, aber angesichts zunehmend digitaler Kundenerlebnisse unumgänglich. Robustes Identity- und Access Management sowie geregelte Datenverantwortung sind Pflicht.

Wie funktioniert eine Composable DXP? (Der MACH Stack)

Eine Composable DXP basiert meist auf MACH-Prinzipien (Microservices, API-first, Cloud-native SaaS, Headless). Jede Funktion läuft als eigenständiger Microservice oder Cloud-App. Ein CMS kann z. B. Produktinhalte verwalten, ein anderes Modul übernimmt Kundendaten, wieder ein anderes Analytics oder Personalisierung. Die Kommunikation läuft über APIs; das Frontend, also die Präsentationsschicht, bleibt „headless“ und ist vom Backend entkoppelt. 

Schauen wir uns die MACH-Komponenten näher an:

Microservices

Jede Funktion – etwa Content, Suche, Personalisierung – ist ein eigenständiger Service. Die Folge: Ein lose gekoppelter, modularer Stack (wie ein Lego-Set). So lässt sich z. B. die Recommendation-Engine austauschen oder ein neues Marketing-Automation-Tool ergänzen, ohne das Content-Backend zu berühren. Module können unabhängig aktualisiert oder ersetzt werden, was die Flexibilität hebt und Risiken senkt.

API-First

Alle Komponenten kommunizieren über ein zentrales API-Gateway oder eine Orchestrierungsschicht, die einen reibungslosen Informationsfluss gewährleistet. Dadurch können Services leicht integriert und Daten ausgetauscht werden. Ihre DXP bleibt offen, modular und flexibel erweiterbar.

Cloud-native SaaS

Cloud-native bedeutet, dass jede Komponente auf skalierbarer Cloud-Infrastruktur oder SaaS (wie Azure Functions, AWS Lambda oder SaaS PaaS) läuft. Zentrale Systeme bieten Vorteile wie automatische Skalierung, Stabilität und Updates, was bei hohem Traffic oder neuen Deployments für reibungslose Abläufe sorgt.

Headless

Das Frontend (Sicht des Nutzers) ist vom Backend (Content, Logik) getrennt. So können Teams denselben Content für Web, Mobile, Kiosks usw. verwenden und überall individuelle Experiences gestalten. 

Durch diese Entkopplung lässt sich Content nur einmal publizieren und anschließend auf jedem digitalen Kanal bereitstellen – so bleiben digitale Experiences stets konsistent, unabhängig vom Endgerät.

So setzen Sie eine Composable DXP-Strategie um

Die Einführung einer Composable DXP braucht sorgfältige, detaillierte Planung. Hier ein Leitfaden zum Schritt-für-Schritt-Einstieg:

1. Prüfen Sie Ihren Stack

Machen Sie eine Bestandsaufnahme Ihrer aktuellen Tools, technische Schulden und Integrationspunkte. Identifizieren Sie, welche Legacy-Module (z. B. CMS, CRM, Analytics) zuerst modernisiert werden sollten. Mit Analytics- und Mapping-Tools können Sie die Customer Journey analysieren und Verbesserungspotenziale finden.

2. Anwendungsfälle & Prioritäten definieren

Arbeiten Sie mit Stakeholdern, um die wichtigsten geschäftlichen Anforderungen zu priorisieren – z. B. mobiler Checkout oder personalisierte Experiences. Der Geschäftsnutzen entscheidet, welche Microservices zuerst entwickelt oder eingekauft werden sollten.

3. Klein starten mit einem Pilotprojekt

Wählen Sie einen kritischen Anwendungsfall als Proof of Concept – z. B. zunächst das CMS durch eine Headless-Lösung ersetzen, andere Systeme bleiben bestehen. Frühe Erfolge schaffen Vertrauen und machen Teams mit der neuen Architektur vertraut.

4. Erstellen Sie eine Roadmap

Planen Sie schrittweise Rollouts: Nach dem erfolgreichen Pilot-Projekt sukzessive weitere Funktionen migrieren oder ergänzen. Jeder Schritt soll Mehrwert bringen, z. B. zuerst Produktsuche, dann Marketing-Automation als Microservice. Überwachen Sie kontinuierlich KPIs wie Time-to-Market und Kundenengagement.

5. Nutzen Sie zertifizierte Partner und Tools

Arbeiten Sie mit MACH-zertifizierten Anbietern oder Systemintegratoren, die viel Erfahrung mit composable Lösungen haben. Sie helfen, passende Komponenten (CMS, Commerce, Analytics, Personalisierung etc.) auszuwählen und Best Practices umzusetzen.

6. Governance und Schulungen sicherstellen

Legen Sie frühzeitig Coding-, Design- und Sicherheitsstandards fest. Schulen Sie Entwickler und Marketer in neuen Tools und APIs. Fördern Sie eine DevOps-Kultur. Investieren Sie von Anfang an in Monitoring und Datenstrategie, um Performance und Kundenverhalten zu messen.

7. Iterativ weiterentwickeln

Composability ist eine Langzeitstrategie. Überprüfen Sie laufend neue Services und Technologien (z. B. KI-gesteuerte Personalisierung) und integrieren Sie diese. Behalten Sie stets das Ziel einer verbesserten digitalen Customer Journey im Blick.

Beispiele für die Implementierung einer Composable DXP

Die Migration zu Composable DXPs hat vielen globalen Marken geholfen, ihre Kundenerlebnisse neu zu denken und zu personalisieren. Hier einige Beispiele:

Michelins Loyalty-Programm im Wandel

Michelins Better Motion Loyalty-Programm basiert auf einer composable Architektur.

Michelin – ein echtes Multiunternehmen, von Reifenspezialist bis Restaurant-Ratgeber – wollte innovative Loyalty-Strategien für das Kerngeschäft Reifen entwickeln. Die bisherige monolithische Architektur war allerdings zu unflexibel. 

Mit dem Partner Voucherify konnte Michelin sein neues Better Motion Loyalty-Programm in nur fünf Monaten pilotieren und ausrollen. Dank API-first-Ansatz entstand ein modular aufgebautes Loyalty- und Promotionssystem.

Varner tauscht POS-Service aus, ohne laufenden Betrieb zu stören

Varner verbesserte das Einkaufserlebnis durch Austausch des alten POS mit einem composable System.

Varner, einer der führenden Modehändler Europas, konnte sein altes Point-of-Sale-System (POS) in 1200 Filialen innerhalb von nur zehn Wochen austauschen. Für ein nahtloses Omnichannel-Shopping beauftragte Varner Sitoo mit der Entwicklung einer neuen Lösung. Das vereinfachte die Abläufe vor Ort deutlich und verschaffte dem Team mehr Zeit für den Kunden.

Composable DXP-Tools

Der Aufbau einer composable Digital Experience Platform erfordert die Auswahl und Implementierung diverser Tools. Zu den wichtigsten Kategorien zählen:

  • Composable DXP-Plattformen und -Services: Anders als der Monolith besteht eine composable DXP aus vielen Teilen. Suchen Sie nach MACH-konformen Headless-CMS-, Commerce-, Search- und Engagement-Tools. 
  • Monitoring und Observability: Nutzen Sie spezielle Monitoring-Tools, um die Performance Ihrer DXP zu überwachen. Damit erkennen Sie frühzeitig Probleme, tracken Uptime und kontrollieren Nutzer-Journeys.
  • Analytics und Optimierung: Analytics-Plattformen (Web/App-Analytics, A/B-Testing, Content-Analytics) sind zentral. Ein starkes UX-Analytics-Tool hilft dabei, das Nutzerverhalten zu messen.
  • Kundendaten & Personalisierung: Eine Customer Data Platform (CDP) verknüpft Kundenprofile aus allen Modulen für echte Personalisierung.
  • Customer Journey & Omnichannel: Nutzen Sie Journey-Mapping- und Orchestrations-Tools, um eine konsistente digitale Omnichannel-Experience sicherzustellen. Auch Planungstools und Journey Analytics helfen, die Komponenten optimal auf Kundenprozesse abzustimmen.
  • Support und Kollaboration: Unverzichtbar sind Tools für Teamwork (Projektmanagement, DevOps), Dokumentation sowie ein starkes API-Management für Ihre Microservices.

Jede DXP-Implementierung nutzt andere Tools und darf flexibel kombiniert werden – entscheidend ist aber stets die Offenheit und Interoperabilität der Komponenten.

Best Practices für Composable DXPs

Wer der Composable-Architektur eine Chance geben möchte, sollte diese Best Practices berücksichtigen:

Architektur an Kundenwert ausrichten

Konzentrieren Sie sich auf den echten Business-Nutzen, identifizieren Sie die wichtigsten Kundenreisen und bauen Sie DXP-Komponenten gezielt darum. Die MACH Alliance empfiehlt, die Architektur nach aufgabenorientierten Fähigkeiten und nachfragebasierter Priorisierung auszurichten.

In Skills und Kultur investieren

Sorgen Sie für die nötigen Skills in Cloud, APIs und agiler Entwicklung im Team. Da der Aufbau von MACH-Kompetenzen ein bekanntes Hindernis ist, ist ein klarer Plan für Schulung und Change Management sehr wichtig. Fördern Sie die Zusammenarbeit zwischen IT und Business, damit alle das Composable-Prinzip verstehen.

Klein starten, schrittweise ausbauen

Vermeiden Sie Radikalschnitt-Projekte. Pilotieren Sie einzelne Services als Proof of Concept. Schrittweises Vorgehen minimiert Risiko und steigert das Vertrauen. Über Feedback und ROI kann die Lösung nach und nach erweitert werden. Wichtig: Governance mitdenken, MACH-Prinzipien werden zum „must have“ und Value Management hält das Projekt auf Kurs.

Standards und Interoperabilität durchsetzen

Implementieren Sie offene APIs und einheitliche Datenmodelle möglichst früh. Legen Sie API-Verträge, Sicherheitsstandards und UI-Guidelines fest. So stellen Sie die Interoperabilität und Austauschbarkeit aller Komponenten sicher – unterstützt durch API-Gateways oder spezialisierte Middleware.

Messen und iterieren

Laut MACH Alliance verbessert Composability in 87 % der Fälle die Reaktionsfähigkeit. Setzen Sie sich ähnliche Ziele und nutzen Sie diese Erkenntnisse zur Optimierung der Architektur. 

Wenn ein Service zum Flaschenhals wird, kann er ausgegliedert oder ersetzt werden. Sammeln Sie ständig Feedback von Marketern und Kunden, um Ihre nächsten Schritte daran auszurichten.

MACH-Community und Ressourcen nutzen

MACH Alliance und andere Communities publizieren Leitlinien und Case Studies – lassen Sie sich inspirieren! Nehmen Sie regelmäßig Reports, Frameworks und Jahresumfragen zur Hand, um Best Practices und Trends im Blick zu haben.

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