Laut Forbes sind kundenorientierte Unternehmen 60 % profitabler im Vergleich zu Wettbewerbern, die sich nicht auf ihre Kunden konzentrieren. Deshalb sollten Sie Ihre digitale Customer Journey erstellen und optimieren. So können Sie ein erstklassiges Nutzererlebnis bieten und den Kaufprozess für Ihre Kunden vereinfachen.
Der erste Schritt zu einem perfekten Kundenerlebnis ist zu verstehen, wie potenzielle Kunden auf Ihre Marke, Produkte oder Angebote aufmerksam werden und sich entscheiden, eine Bestellung aufzugeben. Es gibt mehrere Phasen und Kontaktpunkte auf diesem Weg, die analysiert, beschrieben und optimiert werden müssen. Schauen wir uns nun an, worum es bei Digital Customer Journey Mapping eigentlich geht.
Was ist die digitale Customer Journey?
Die digitale Customer Journey ist der Kaufweg, den Ihr Kunde online geht – von der ersten Entdeckung Ihrer Marke bis hin zum begeisterten Fürsprecher. Sie umfasst jede digitale Interaktion über Web, App, E-Mail und Support hinweg und spielt eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung von Kundenerlebnis, Conversion und Kundenbindung. Anders ausgedrückt: Es ist der gesamte Prozess bis zum ersten Kauf, also wenn ein Interessent zum Kunden wird.
Stellen Sie sich vor, jeder Kunde begibt sich auf eine Reise, um das Produkt oder die Dienstleistung zu finden, das er zur Lösung seiner Probleme oder zur Befriedigung seiner Bedürfnisse braucht. Die Reise beginnt mit der Planung; Ihr zukünftiger Kunde muss wissen, nach welcher Art von Produkt oder Dienstleistung er sucht. Sobald er das herausgefunden hat, verlässt er das Haus (oder öffnet sein digitales Endgerät), um verschiedene Optionen anzusehen und zu vergleichen. Irgendwann findet Ihr Kunde das Produkt, das alle seine Anforderungen erfüllt – und es ist Ihr Produkt!
Jetzt möchte Ihr zukünftiger Kunde sicherstellen, dass er die beste Option wählt, also liest er die Produktbeschreibung und sucht nach Erfahrungsberichten, Case Studies und Bewertungen (unterschätzen Sie nie die Mundpropaganda). Möglicherweise schaut er auch auf Ihren Social-Media-Profilen vorbei oder stellt zusätzliche Fragen.
Schließlich ist er bereit, eine Kaufentscheidung zu treffen. Er durchläuft den Kaufprozess und erhält kurz darauf das gewünschte Produkt oder die Dienstleistung. Wenn alles gut läuft und die Bedürfnisse Ihrer Kunden erfüllt wurden, werden viele von ihnen zu loyalen Kunden oder vielleicht sogar zu Markenbotschaftern. Manche stellen jedoch fest, dass das Produkt nicht ihren Erwartungen oder Anforderungen entspricht und kündigen ab.
Wie jeder andere Prozess hat auch die digitale Customer Journey ihre Phasen und Touchpoints (Momente der Interaktion zwischen Unternehmen und Kunde). Typischerweise lassen sich fünf Hauptphasen jeder Customer Journey unterscheiden.
Phasen der digitalen Customer Journey
Phase 1: Aufmerksamkeit (Awareness)
In dieser Phase geht es um die Entdeckung Ihres Produkts oder Ihrer Dienstleistung. Der Kunde weiß bereits, dass er etwas braucht, um sein Problem zu lösen. Ein Problem kann alles sein – vom perfekten Hemd für die Hochzeit des besten Freundes, über einen kaputten Kühlschrank, bis hin zum Abschluss eines neuen SaaS-Abos für das eigene Unternehmen (Customer Journeys gibt es sowohl im B2C als auch im B2B, darauf kommen wir gleich zurück).
In der Awareness-Phase sucht der Kunde nach möglichen Lösungen. Er muss mehr Informationen einholen und seine Fragen beantwortet bekommen. Ihre Marketingkampagnen spielen hier eine wichtige Rolle, um Ihren Produkten und Dienstleistungen Sichtbarkeit zu verschaffen. Ist Ihre Website umfassend und bietet erschöpfende Antworten auf die Fragen Ihrer Kunden – perfekt, dann sind Sie auf dem richtigen Weg!
Typische Beispiele für Marketingmaßnahmen und Inhalte, die in der Awareness-Phase eine Rolle spielen:
- Werbeanzeigen und gesponserte Beiträge
- Gastbeiträge auf anderen Websites
- Suchmaschinenergebnisse und vorgeschlagene Suchen
- Tutorials und How-to-Videos auf YouTube und anderen Plattformen
Sehen Sie sich zum Beispiel dieses YouTube-Tutorial zum Skikauf an:
Digitales Marketing ist in der Awareness-Phase unerlässlich. Sie benötigen Werbeanzeigen, Kundenbewertungen, Gastbeiträge und Mundpropaganda, damit potenzielle Kunden Ihre Marke über verschiedene digitale Kanäle entdecken.
Phase 2: Überlegung (Consideration)
In der zweiten Phase weiß der Kunde, was er zur Lösung seines Problems braucht. Jetzt vergleicht er verschiedene Angebote und sucht nach dem besten. Die Consideration-Phase ist die wichtigste der gesamten Journey und möglicherweise auch die schwierigste. Sie müssen Ihren potenziellen Neukunden davon überzeugen, dass Sie die beste Lösung bieten und ihre Pain Points beheben können.
Für Interessenten in dieser Phase sind Leitfäden, Vergleiche, Q&A-Bereiche und YouTube-Videos äußerst hilfreich. Empfehlungen und Bewertungen zu Produkten sind ebenso entscheidend, insbesondere wenn sie von vertrauenswürdigen Influencern oder anderen Personen stammen, denen Ihre Nutzer vertrauen.
Phase 3: Kauf (Purchase)
Das ist der magische Moment, in dem der Interessent auf „Jetzt kaufen“ klickt. Sowohl Warenkorb als auch Checkout sollten intuitiv und schnell sein. Ein nahtloses Erlebnis ist hier besonders wichtig, insbesondere im E-Commerce. Wie wichtig? Schätzungen zufolge liegt die durchschnittliche Warenkorbabbrecherquote bei 70,19 %. Ihre Chance, dass ein Kunde den Kauf abschließt, liegt also bei weniger als 3 von 10.
Sie sollten Ihren Kunden nicht mit unnötigen Fragen und Schritten belästigen. Im Gegenteil, Sie möchten diese Phase so schnell wie möglich abschließen und zur nächsten übergehen.
Darauf kommt es an:
- Informieren Sie Ihren Kunden darüber, was er kauft und zu welchem Preis
- Bieten Sie alle gewünschten Zahlungs- und Lieferoptionen an (untersuchen Sie Marktforschung dazu, welche Optionen in Ihrer Zielbranche oder Ihrem Land beliebt sind)
- Ermöglichen Sie den Abschluss des Kaufs OHNE zwingende Kontoerstellung (Sie können Anreize dafür bieten, aber sie sollte nicht verpflichtend sein)
- Sorgen Sie dafür, dass der Checkout-Prozess einfach und vollständig funktionsfähig ist (es gibt nichts Frustrierenderes als ein nicht funktionierendes Zahlungs-Gateway)
- Nach der Zahlung zeigen Sie eine Bestätigungsseite und informieren Ihren neuen Kunden, was als Nächstes zu erwarten ist (z. B. Lieferzeit, voraussichtliches Lieferdatum usw.)
Hier ein Screenshot des Warenkorb-Bereichs auf BestBuy.ca:

Alles ist klar, es gibt keine unnötigen Ablenkungen (Sie können Features ergänzen, die Ihre Kunden wünschen, z. B. erweiterten Schutz oder ergänzende Angebote), und der Nutzer kann direkt zum Checkout gehen.
Phase 4: Bindung/Erlebnis (Retention/Experience)
Das geschieht unmittelbar nach dem Kauf des Produkts oder der Dienstleistung – Sie möchten sicherstellen, dass Ihr Kunde das Produkt erhält und zufrieden ist. Diese Phase ist entscheidend für die Kundenzufriedenheit. Selbst wenn der Kaufprozess einfach und schnell ist: Wenn das Produkt ewig nicht ankommt oder von schlechter Qualität ist, bleibt Ihr Nutzer enttäuscht zurück.
Typische Dinge, die Sie in dieser Phase beachten sollten:
- Sendungsverfolgung
- Versand und Lieferung
- Online-Hilfe (z. B. Bedienungsanleitung, Aufbauanleitungen, FAQ, Retoureninfos usw.)
- Nachfass-Kommunikation (Kundenumfragen, Fragen zum Produkt, Bitte um Bewertung, etc.)
Ein Beispiel: Clearly ist ein kanadischer Onlinehändler für Brillen und Kontaktlinsen. Kurz nach jedem Kauf senden sie eine Nachricht, um sicherzustellen, dass mit der Bestellung alles in Ordnung ist:

So macht man es in der Retention-Phase!
Phase 5: Fürsprache/Bindung (Advocacy/Retention)
Um eine ganzheitliche Customer Journey zu schaffen, dürfen Sie auch die spätere Nachkauf-Phase nicht vernachlässigen. Behandeln Sie jedes Ende eines Kaufprozesses als Chance für einen neuen. Bleiben Sie mit Ihren Kunden in Kontakt und ermutigen Sie sie zu weiteren Käufen. Noch besser: Machen Sie jeden zufriedenen Kunden zu einem Markenbotschafter durch strategische Kundenbindungsmaßnahmen. Wie gelingt das? Hier einige Optionen:
- Kundenbindungsprogramme und Newsletter
- Personalisierte Angebote und Rabattcodes
- Prämien für Empfehlungen
- Interaktion auf Social Media
Natürlich muss alles im Gleichgewicht bleiben. Stellen Sie zunächst die Bedürfnisse Ihrer Kunden in den Mittelpunkt und sorgen Sie für bestmöglichen Service. Erst nachdem Sie Kundenloyalität aufgebaut haben, können Sie gezielter mit weiteren "sales-y" Botschaften auf sie zugehen.
Das Treueprogramm von Sephora ist ein gutes Beispiel. Kunden sammeln nicht nur Punkte bei jedem Einkauf, sondern profitieren von einer deutlich längeren Liste an Vorteilen:
Damit sind die fünf Grundphasen der digitalen Customer Journey abgedeckt. Der nächste Schritt ist, diesen Lebenszyklus zu erfassen und alle relevanten Touchpoints zu optimieren, um ein reibungsloses und konsistentes digitales Kundenerlebnis zu schaffen.
Was ist Digital Customer Journey Mapping?
Die Customer Journey kann visuell in Form einer Infografik oder eines Flussdiagramms dargestellt werden. Eine solche visuelle Darstellung der digitalen Customer Journey wird häufig als Customer Journey Map bezeichnet. Der Prozess der Erstellung dieser „Karte“ nennt sich Digital Customer Journey Mapping.
Deine Customer Journey Map sollte alle Interaktionen und Berührungspunkte aufzeigen, die zwischen dem Unternehmen und dem Kunden vor, während und nach dem Abschluss der Transaktion stattfinden. Die Customer Journey Map ist immer das Ergebnis einer gründlichen Markt- und Zielgruppenanalyse. Du kannst kein Customer Experience Management betreiben, wenn du deine Kunden und ihre Bedürfnisse nicht verstehst.
Warum ist Digital Customer Journey Mapping wichtig?
Digital Customer Journey Mapping ermöglicht deinem Unternehmen:
- Bessere Produkte und Dienstleistungen zu liefern
- Produkte und Dienstleistungen gezielt auf die Bedürfnisse und Erwartungen deiner Kunden zuzuschneiden
- Das Verhalten deiner Kunden zu verstehen und ihnen Unterstützung zu bieten, die sie wirklich brauchen
- Überzeugende Angebote zu entwickeln, um die Konversionsrate zu erhöhen
- Personalisierte und zielgenaue Inhalte zu erstellen
- Potenzielle Probleme und Schwächen aufzuspüren, die potenzielle Käufer abschrecken können
- Wiederkehrende Schritte zur Steigerung der operativen Effizienz zu automatisieren
Digital Customer Journey Mapping für B2B und B2C
Im Allgemeinen ist das Mapping der Customer Journey für B2B und B2C recht ähnlich – wir beginnen mit einem Problem und enden mit einer Lösung. Aus offensichtlichen Gründen ist das Mapping einer B2B Customer Journey jedoch komplexer und umfasst mehr Elemente. Hier ein Vergleich:
B2C Customer Journey vs. B2B Customer Journey
| Ein Entscheidungsträger (der einzelne Kunde) | Mehrere Entscheidungsträger (verschiedene Abteilungen eines Unternehmens) |
| Ein Hauptproblem zu lösen | Viele Probleme zu lösen |
| Ein Einkaufsprozess | Mehrere Einkaufsprozesse |
| Spontane/kurzfristige Entscheidung | Langfristige Entscheidung |
| Linearer Prozess | Nicht-linearer Prozess |
Was sind die 6 Phasen einer B2B Customer Journey?
Laut Gartner gibt es sechs wiederkehrende Phasen jeder B2B Customer Journey:
- Problemerkennung
- Lösungserkundung
- Anforderungsdefinition
- Lieferantenauswahl
- Validierung
- Konsenserstellung
All diese sechs Phasen treten in der Regel mindestens einmal auf, um den Kauf abzuschließen. Sie können allerdings auch gleichzeitig oder in einer anderen Reihenfolge stattfinden. Zum Beispiel kann die Lieferantenauswahl vor der Anforderungsdefinition erfolgen.
Wie erstellt man eine digitale Customer Journey Map
Schritt 1: Buyer Persona erstellen
Die Buyer Persona ist ein Profil deines idealen Kunden. Sie besteht aus mehreren Elementen, wie zum Beispiel:
- Position im Unternehmen
- Abteilung, in der sie arbeiten
- Verhalten und Gewohnheiten
- Motivatoren
- Bedürfnisse
- Herausforderungen
- Einwände
Eine Customer Journey ohne Buyer Persona zu erstellen, ist wie ein Spaziergang im Nebel. Du brauchst die Buyer Persona, um zu verstehen, wer dein Kunde wirklich ist, was seine Bedürfnisse sind, Schmerzpunkte und Herausforderungen, die durch dein Produkt oder deine Dienstleistung gelöst werden können.
Schritt 2: Kunden-Touchpoints auflisten
Touchpoints sind bestimmte Momente in der Customer Journey, durch die deine Kunden dein Unternehmen entdecken und mit ihm kommunizieren können. Touchpoints ziehen sich durch die gesamte Customer Journey. Typische Touchpoints sind:
- Websites und Social-Media-Profile
- Newsletter und Push-Benachrichtigungen
- Blogbeiträge und Gastbeiträge
- Anzeigen
- YouTube-Videos
- E-Books und FAQ-Bereiche
- Kundeninteraktionen über Chatbots, Helpdesks oder Callcenter
- Web- und Mobile-Apps
Jedes dieser Elemente kann den potenziellen Kunden dazu ermutigen, den nächsten Schritt zu machen – oder dein Unternehmen abzulehnen und woanders hinzugehen. Selbstverständlich sind diese Touchpoints in jeder Phase entscheidend. Wenn du beispielsweise eine mobile App hast, kann diese in der Überlegungs-, Kauf- und Bindungsphase helfen.
Liste alle Touchpoints deines Unternehmens auf und überprüfe, wie sie in die Customer Journey passen. So kannst du einschätzen, welche davon für den Kaufprozess in deinem Unternehmen besonders wichtig sind. Jeder Touchpoint muss auf ein gemeinsames Ziel optimiert werden: Kundengewinnung und nachhaltiger Kundenerfolg.
Schritt 3: Kunden in Segmente aufteilen
Es ist wahrscheinlich, dass du mehr als eine Customer Journey Map in deinem Unternehmen benötigst, insbesondere im B2B-Bereich. Jedes Kundensegment braucht in der Regel eine eigene Map. Warum? Hier ein Beispiel: Angenommen, du bietest Schädlingsbekämpfung an und arbeitest sowohl mit Privat- als auch mit Firmenkunden. Diese beiden Gruppen durchlaufen wahrscheinlich ganz unterschiedliche Customer Journeys.
Private Kunden finden dich wahrscheinlich über die Suchmaschine und rufen einfach an, um einen Termin zu vereinbaren. Geschäftskunden hingegen benötigen womöglich einen komplexeren Auswahlprozess. Es kann sein, dass du vor Ort einen Besuch durchführst, um ein passendes Angebot zu erstellen. Das sind zwei unterschiedliche Einkaufsprozesse – und deshalb zwei verschiedene Customer Journey Maps.
Du möchtest deine Zielgruppen eventuell auch nach Demografie, geografischer Lage, Produkttyp und mehr segmentieren. Gut definierte Kundensegmente ermöglichen personalisierte Erlebnisse und können die Kundenbindung stärken.
Schritt 4: Input aus verschiedenen Abteilungen einholen
Die Customer Journey existiert nicht nur in einer Abteilung – und auch dein Mapping-Prozess sollte das nicht tun. Hole Stimmen aus Produkt, Marketing, Support, Vertrieb und Customer Success mit ins Boot, um Lücken, Übergabeprobleme und Inkonsistenzen zwischen den Kanälen aufzudecken. Kunden erleben Teams nicht in Silos, deshalb muss deine Map die Realität der bereichsübergreifenden Verantwortung widerspiegeln.
Schritt 5: Versetze dich in die Lage des Kunden: Pain Points und "Moments of Truth" identifizieren
Nachdem du verschiedene Kundensegmente und Touchpoints aufgelistet und weitere Abteilungen mit ins Boot geholt hast, analysiere die Daten: Wo springen User ab? Wo eröffnen sie Support-Tickets? Welche Momente sind besonders relevant für Vertrauen, Konversion oder ein Churn-Risiko? Solche „Moments of Truth“ zeigen dir, wo du dringend Friktion beseitigen solltest – und wo sich Begeisterung besonders auszahlt.
Versuche, die Dinge aus Sicht des Kunden zu sehen. Das erreichst du, indem du alle Customer Journey Phasen wie ein Kunde selbst durchgehst. Notiere dir alle Touchpoints und Hindernisse, auf die du stößt. Verläuft der Kaufprozess schnell und einfach? Funktioniert die Website einwandfrei? War es leicht, mit dem Kundenservice Kontakt aufzunehmen? War der Berater kompetent? Wie ist die Bedienbarkeit der App? Ist das Treueprogramm wirklich attraktiv?
Wenn du mehr Daten benötigst, um deine Customer Journey Map zu untermauern, empfiehlt es sich, Kundenfeedback einzuholen oder deine Metriken auszuwerten. Es gibt außerdem Usability-Testing-Tools, mit denen du das Nutzerverhalten in Echtzeit auf deiner Website oder App beobachten und so wertvolle Erkenntnisse über Pain Points und Hindernisse gewinnen kannst.
Schritt 6: Visualisiere deine digitale Customer Journey
Im letzten Schritt führst du alle Informationen zusammen und erstellst klare, gut strukturierte Customer Journey Maps, die dich vom Anfang bis zum Ende begleiten.
Tools wie Miro, Lucidchart oder Smaply helfen Teams, eine gemeinsame Sicht auf die Customer Journey zu entwickeln. Füge Touchpoints, Emotionen, genutzte Tools und Metriken in jeder Phase hinzu – und halte die Map immer aktuell, statt sie in einer PDF einzusperren. Deine Map sollte sich mit deinem Produkt und deinen Kunden weiterentwickeln.
Falls du noch nie eine Customer Journey Map erstellt hast, kann das zunächst etwas überwältigend wirken. Zur Orientierung zeige ich dir deshalb einige Beispiele dafür, wie eine digitale Customer Journey Map aussehen sollte.
Customer Journey Map Beispiele
Beispiel 1: Spotify (das lineare Customer Journey Modell)
Das ist das bekannteste und einfachste Modell. Es unterteilt die Customer Journey Map in mehrere Phasen (meistens fünf, manchmal mehr), die nacheinander ablaufen. Am Beispiel von Spotify kann das so aussehen:
Beispiel 2: Emirates (das nicht-lineare Customer Journey Modell)
Im zweiten Beispiel möchte ich dir eine Map der Customer Journey der Fluggesellschaft Emirates zeigen. Auf den ersten Blick wirkt sie ungeordnet, doch tatsächlich handelt es sich um ein sehr komplexes Modell, das Hunderte möglicher Szenarien berücksichtigt.
In einer detaillierteren Version dieser Karte können Sie jedes mögliche Szenario und jeden Berührungspunkt sehen:

Als Ergebnis haben alle Interessensgruppen oder Mitarbeitenden Zugang zu detaillierten Informationen darüber, was in jeder Phase und in jeder möglichen Situation zu tun ist. Solche Karten werden manchmal als Performance- oder taktische Customer Journey Maps bezeichnet und sind ausschließlich großen Unternehmen vorbehalten.
Wie Sie die digitale Customer Journey verbessern
Ich kann es nicht genug betonen: Ihre Customer Journey ist ein lebendiger, atmender Pfad. Sobald Sie die Customer Journey kartiert haben, ist der nächste Schritt, diese kontinuierlich zu verbessern. Hier sind fünf bewährte Strategien, um Ihre Customer Journey zu optimieren und das digitale Erlebnis über die Berührungspunkte hinweg zu verbessern:
- Beseitigen Sie Reibungen an kritischen Phasen: Führen Sie Journey-Audits durch, um Punkte mit hoher Abbruchrate, Sackgassen oder inkonsistente Übergaben zu identifizieren. Gestalten Sie diese anschließend mit Blick auf die Kundenintention neu.
- Personalisieren Sie basierend auf Verhalten und Intention: Nutzen Sie Produktnutzung, Kampagneninteraktion oder Lebenszyklusphase, um Onboarding, Angebote und Support-Erlebnisse individuell anzupassen.
- Stimmen Sie Botschaften über Teams und Kanäle ab: Stellen Sie sicher, dass Marketing, Success und Support keine widersprüchlichen Signale senden. Zusammenhängende Omnichannel Journeys schaffen Vertrauen, besonders im SaaS-Bereich.
- Bauen Sie Feedback-Schleifen ein: Sammeln Sie Feedback zu Schlüsselmomenten (z. B. nach dem Onboarding, nach einer Verlängerungsentscheidung), um den Kreislauf zu schließen und blinde Flecken aufzudecken.
- Verfolgen Sie Journey-Stage-KPIs: Nutzen Sie Metriken wie Aufgabenabschluss, CES, Aktivierungsrate und Bindung je Phase, um zu vergleichen und nachzujustieren.
Verbesserung bedeutet nicht, alles umzukrempeln. Es heißt, kontinuierlich feinzusteuern, basierend darauf, was die Kunden tatsächlich tun (nicht nur, was Sie gehofft haben, dass sie tun würden).
Digitale Customer Journey: FAQs
Wünschen wir uns nicht alle, die digitale Customer Journey wäre einfach und selbsterklärend? Ja, aber das ist sie nicht. Hier sind einige Dinge, die Sie wissen sollten:
Was sind die wichtigsten digitalen Touchpoints über die Customer Journey hinweg?
Digitale Touchpoints sind die Online-Interaktionen, bei denen Kund:innen mit Ihrer Marke in Berührung kommen – ob beabsichtigt oder nicht. Jede Phase der Journey hat ihre eigenen:
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Websites und Landingpages – Entdeckung, Information und Vergleich
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Social Media und Influencer-Inhalte – Frühe Aufmerksamkeit und Vertrauensaufbau
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E-Mail und Chat – Mid-Funnel-Nurturing und Support-Übergaben
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Mobile Apps und In-App-Guidance – Adoption, Onboarding und Nutzung im Alltag
-
Help Center und Wissensdatenbanken – Self-Service während Support oder Problemlösung
Das Mapping dieser Touchpoints hilft sicherzustellen, dass Sie mit der richtigen Botschaft, im richtigen Format und zum richtigen Zeitpunkt präsent sind.
Was sind häufige Schmerzpunkte in einer digitalen Customer Journey?
Selbst die elegantesten digitalen Experiences haben Schwachstellen. Hier sind einige typische Pain Points, auf die Sie achten sollten:
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Unklare Navigation – Kund:innen finden nicht schnell genug, was sie suchen.
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Lange Ladezeiten – Verzögerungen bei Seitenaufrufen zerstören Vertrauen und Conversion-Raten.
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Inkonsistente Botschaften – Widersprüchliche Kommunikation zwischen Marketing, Produkt und Support verwirrt die Nutzer:innen.
-
Fehlende Personalisierung – Einheitslösungen wirken irrelevant und unpersönlich. Noch schlimmer ist schlechte Personalisierung (Stichwort: fehlerhafte Daten).
-
Schlechtes Onboarding – Kund:innen melden sich an … und springen dann wieder ab.
-
Fragmentierte Supportkanäle – Informationen in Chat, E-Mail und Formularen wiederholen = sofortiger Frust.
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Sackgassen oder fehlende Touchpoints – Kein klarer nächster Schritt in der Journey? Dort entsteht Kundenabwanderung.
Das Erkennen und Beseitigen dieser Reibungspunkte ist entscheidend, um passive Nutzer:innen in loyale Kund:innen zu verwandeln.
Welche Tools unterstützen beim Mapping der digitalen Customer Journey?
Mehrere Tools helfen dabei, die Customer Journey zu visualisieren und zu analysieren:
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Journey Mapping Software: Plattformen wie FullStory und Lucidchart ermöglichen Teams, detaillierte Journey Maps gemeinsam zu erstellen.
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Analytics-Tools: Google Analytics und ähnliche Tools liefern Daten zum Nutzerverhalten und zu Berührungspunkten.
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Customer Feedback Plattformen: Tools wie SurveyMonkey oder Qualtrics helfen, Kundenfeedback zu sammeln und zu analysieren.
Mit diesen Tools erhalten Unternehmen einen umfassenden Überblick über die Customer Experience und können gezielt Verbesserungsbereiche identifizieren.
Die nächste Reise ist Ihre.
Die digitale Customer Journey zu kartieren erfordert etwas Zeit und Mühe, aber es lohnt sich definitiv! So können Sie Ihre Vertriebs- und Marketingstrategien optimieren, einen besseren Kundenservice bieten und starke Kundenbeziehungen aufbauen. Und ist es nicht genau das, worum es am Ende geht?
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